Felicitas Hoppe

Johanna

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 7,95 | € (A) 8,20 | SFR 11,90
ISBN: 978-3-596-16743-2
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Buchdetails

Roman
176 Seiten, gebunden
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-16743-2
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Cover »Johanna«
Johanna
Preis € (D) 17,95
ISBN: 978-3-10-032450-4

Inhalt

Im Jahr 1412 wird im lothringischen Domrémy ein Bauernmädchen geboren. Keine zwanzig Jahre später wird sie als Ketzerin verbrannt. Aber Felicitas Hoppes »Johanna« ist kein Buch über Johanna von Orléans. Dieses Buch ist Johanna selbst, die Geschichte unseres Aufbegehrens und der eigenen unersättlichen Sehnsucht.

Wie geht man mit einer Figur um, die jeder zu kennen glaubt, und über die auch in der Kunst längst alles gesagt scheint? In einer Zeit, in der zwar viel erzählt, aber nichts gehört wird, bleibt Johanna eine Provokation. Dies ist ein Buch, das davon handelt, wie man Geschichte macht, wenn man erzählt. Auf den Gang der Geschichte antwortet diese »Johanna« mit der Passion der Literatur, auf die Passion der Johanna mit einem Gespräch über unsere eigene Angst. Felicitas Hoppe verzichtet auf die Rekonstruktion der Biographie. Sattdessen erzählt sie mit historischer Genauigkeit und poetischer Intensität einen Traum von der Wirklichkeit – denn was sind Bücher gegen die Welt?

Pressestimmen

»Indem es von der Unmöglichkeit der direkten Annäherung handelt, ist ›Johanna‹ ein selten aufrichtiges Buch geworden. Hoppe versteckt sich nicht hinter einer historischen Figur, die ihr, wie sie sagt, ohnehin einigermaßen frostig erscheint. Auf gänzlich uneitle Weise macht die Schriftstellerin sich selbst und ihre Erschütterung zum Thema. Ihre einzigartige Sprachkunst macht dieses Beben auch dem Leser nachvollziehbar.«
Tobias Lehmkuhl, NDR , 28.8.2006

»Zu den Qualitäten des Buches gehört neben einer verdichteten Sprache und den Reflexionen über das Geschichtenerzählen das Hineinverweben historischer Figuren in den Textfluss.«
Johann Schwanberg, Die Presse, Buch der Woche, 26.8.2006

»Ein wunderbar rätselhafter Roman über Aufbegehren, Angst, Einsamkeit, Sehnsucht und Geschichte, die entsteht, wenn man erzählt.«
Ivo Kaufmann, ORF, Ö1, Buch der Woche, Kulturjournal, 24. 8. 2006

»Wie sie die Geschichte von Johanna von Orléans in ihrem neuen Buch nicht erzählt, wie sie sie umspringt und weitererzählt, umerzählt, von den wahren Protokollen ihres Prozesses erschüttert, wie sie sie als Sprungbrett in eine neue Welt benutzt und sich weit hinüberschießen lässt, in ein Johanna-Universum - zum Staunen.«
Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3.9.2006

»Diese in die Höhen getriebenen Bögen entfalten beim Lesen einen mächtigen Sog. Sie ziehen Alltägliches mit sich nach oben, Beiläufiges, Bemerkungen zum pragmatischen Wert der Fettleibigkeit wie zu den Beziehungen zwischen Fußball und Rittertum. Und - Ausweis großer literarischer Kunst: Was immer von dieser Bewegung mitgenommen wird, wird spiritualisiert, entfaltet Bedeutung und Intelligenz, strebt mit nach oben. (...) Drei Prädikate benutzt die Erzählerin für ihre Lieblingsfiguren: ›schnelle Zunge, helle Rede, stürmischer Gang‹. Sie gelten auch für Felicitas Hoppe und diesen Roman.«
Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung, 7.9.2006

»Wer Hoppe liest, sollte sein Gehirn vorher nicht aus-, sondern einschalten. (...) Damen und Herren, spielen Sie mit, lesen Sie Hoppe. Sonst ist Ihnen nicht mehr zu helfen.«
Stefan Neuhaus, Die Furche, 14.9.2006

»Wer sich auf der Ebene von Sprache mit starken Frauenfiguren messen will, braucht ein Arsenal von Bildern, Szenen, Gesten. Kurzum:“praktische Einbildungskraft“. Diesbezüglich ist hier eine Meisterin am Werk.«
Anja Hirsch, Saarbrücker Zeitung, 21.9.2006

»Johanna ist ein poetisches Prosawunder und bestätigt einmal mehr Felicitas Hoppes Ruf als eine ganz und gar unvergleichliche Quartiersmacherin der Phantasie.«
Jörg Plath, Deutschlandradio, 22.9.2006

»Fein und zart und traurig verwirbelt Felicitas Hoppe die Bruchstücke einer absurd gewordenen Vergangenheit mit denen einer absurden Gegenwart.«
Hermann Kurzke, Literaturen, Oktober 2006

»Der Vielzahl der Deutungen der historischen Johanna wird hier nichts hinzugefügt, aber die Hoppesche Sprachkunst bewirkt, dass uns selbst eine Ikone wie Johanna entgegentritt, als begegneten wir ihr zum ersten Mal.«
Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. 9. 2006

»Die schönste und intelligenteste Prosa Deutschlands schreibt Felicitas Hoppe.« Denis Scheck, ARD Druckfrisch, 1.10.2006

»Es ist phantastisch, beziehungsreich, verästelt, oft gebrochen und vieldeutig, niemals eindimensional, aber immer sprachlich brillant, wie Felicitas Hoppe auf die Suche nach ihrer Johanna geht.«
Tilmann Lahme, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.10.2006

»›Johanna‹ von Felicitas Hoppe ist die literarische Kühnheit selbst. Sie ist keine Figur, sondern eine Energie, sie ist das, was aufs Ganze gehen will, hier und jetzt, was losstürmt im irrlichternden Glauben an den König, an Gott und vor allem an sich selbst. Schreiben heisst brennen. Und Johannas Scheiterhaufen ist der Roman.Wie das gemacht ist, verdient höchste Achtung, ja Bewunderung.« Angelika Overath, Neue Zürcher Zeitung, 3.10.2006

»Wer sich auf der Ebene von Sprache mit einer starken Frauenfigur messen will, braucht ein breites Arsenal von Bildern, Szenen, Gesten. Kurzum: ›praktische Einbildungskraft‹. Diesbezüglich ist mit ›Johanna‹ eine Meisterin am Werk.«
Anja Hirsch, Stuttgarter Zeitung, 4.10.2006

»Es ist ein rätselvolles und doch souveränes Buch, und es ist ein bisweilen verführerisch klingendes Kunstwerk, das nicht kalt lässt und immer wieder auch etwas Schelmisches hat.« (...) Felicitas Hoppe hat mit ihrer ›Johanna‹ ein verzaubertes und bezauberndes Buch geschrieben.«
Jochen Jung, Die Zeit, 19.10.06

»Wie ein kleines Wunder liest sich (...) ›Johanna‹, der neue Roman von Felicitas Hoppe. Auf 171 Seiten - knapp halb so viel wie Schroeder für den Fall Hau brauchte - hat man es hier mit einem eigenwilligen, hochkonzentrierten Sprachgebilde zu tun.«
Wiebke Porombka, taz, 28.10.2006

»Eine sehr aktuelle, historisch genaue Erzählung über Gewalt, Glauben, Obsession und das Scheitern - rätselhaft verschlungen und hochpoetisch formuliert.« Berliner Morgenpost, 30.10.2006

»Kunstvoll variiert Hoppe das Tempo ihrer Sätze. Wortspielerisch waltet Witz im Roman, dazu die Macht der genauen oder variierten Wiederholung. Unerbittlich und spielerisch kehren ganze Passagen, einzelne Worte, viele Motive wieder.« Rolf-Bernhard Essig, Hamburger Abendblatt, 5.11.2006

»Kein Buch für Liebhaber des Geradlinigen und Schlichten; dafür umso faszinierender als Vorführung eines komplexen und farbigen Prozesses intellektueller Auseinandersetzung, eines sprachlich prägnanten, reich facettierten imaginären Dialogs, der gewürzt ist vom charakteristischen, lapidaren Witz der Autorin.«
Barbara Basting, Tages-Anzeiger, 7.11.2006

» (...) bestechend kunstvoller Text, den man unbedingt zweimal lesen sollte. (...) Das Schönste an ›Johanna‹ ist am Ende die stumme Liebesgeschichte, die gut verpackt zwischen den historischen Reminiszenzen immer wieder aufscheint.«
Johannes von der Gathen, dpa 13.11.2006

»Ihre Kombinationslust kennt keine Grenzen, spielerisch jongliert sie mit Geschichte und Gegenwart. Mit Vergnügen rettet Felicitas Hoppe den episodenreichen Stoff aus dem 15. Jahrhundert in die Gegenwart und erweist sich einaml mehr als Meisterin des Rätselhaften.«
Elke Schlinsog, Radio Bremen, Nordwestradio, 20.11.2006

»Sie nimmt den Glauben auf eine Art ernst, die man nur selten in deutschen Romanen findet.«
Chrismon 12/2006

»Wenn das Lebensende naht, fragen wir uns, wer wir waren. Felicitas Hoppe hilft in ihrem fantastischen Roman ›Johanna von Orleans‹ schon einmal beim Sortieren. Auf gerade einmal 170 Seiten hat sie die Person so poetisch reduziert zu Papier gebracht, dass sich der Leser die Umgebung, die Trostlosigkeit und die Gefühle der Johanna deutlich vorstellen kann.«
Alexa Hennig von Lange, Welt, 12.12.2006

»Die Deutlichkeit ist schon immer eine von Hoppes größten Feindinnen gewesen. Die Autorin hat eine Vielfalt entgegenzusetzen, die ihresgleichen sucht.«
Anja Hirsch, Mannheimer Morgen, 16.12.2006

»Felicitas Hoppe hat ein grandioses Buch über das Erzählen und die Konstruktion von Geschichte geschrieben, die sich im Erzählen immer wieder neu vollzieht.« Frank Thomas Grub, Saarländischer Rundfunk, 27.1.2007

Über Felicitas Hoppe

Felicitas Hoppe, geboren 1960 in Hameln, lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. 1996 erschien ihr Debüt ›Picknick der Friseure‹, 1999, nach einer Weltreise auf einem Frachtschiff, folgte der Roman ›Pigafetta‹, 2003 ›Paradiese, Übersee‹, 2004 ›Verbrecher und Versager‹, 2006 ›Johanna‹, 2008 ›Iwein Löwenritter‹, 2009 ›Sieben Schätze‹ und die Erzählung ›Der beste Platz der Welt‹, 2010 ›Abenteuer – was ist das?‹, 2011 ›Grünes Ei mit Speck‹, eine Übersetzung von Texten des amerikanischen Kinderbuchautors Dr. Seuss und 2012 ihr Roman ›Hoppe‹. Für ihr Werk wurde Felicitas Hoppe mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Aspekte-Literaturpreis, dem Bremer Literaturpreis, dem Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim, dem Rattenfänger-Literaturpreis und zuletzt dem Georg-Büchner-Preis. Außerdem Poetikdozenturen und Gastprofessuren in Wiesbaden, Mainz, Augsburg und Göttingen, sowie am Dartmouth College in Hanover, New Hampshire und an der Georgetown University, Washington DC.

Mehr über Felicitas Hoppe

Felicitas Hoppe
Foto: Tobias Bohm


Interview zum Buch

Interview Hoppe, 03.02.2012
DAS BESTE, WAS BISLANG ÜBER HOPPE GESCHRIEBEN WURDE!
Fünf Fragen von Felicitas Hoppe (fh) an die Autorin von Hoppe (Hoppe)
fh: Ist es nicht ein bisschen eitel, mit 50 seine Autobiographie zu schreiben?
Hoppe: Moment mal: Hoppe ist keine Autobiographie, sondern eine Biographie über Felicitas Hoppe. Und die war, unter uns gesagt, längst überfällig. Es ist ja jede Menge Unsinn über Hoppe in Umlauf. Ihre erste Autobiographie schrieb sie (in Hoppe nachzulesen/fh) übrigens bereits mit zehn. Da war Wayne Gretzky, Hoppes erste große Liebe, schon ein Eishockeystar und Glenn Gould, Hoppes Jugendliebe, gab längst Konzerte. Da musste sie natürlich nachziehen. Schon damals wusste sie genau: Training ist alles.
Johanna
 

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