Antje Rávic Strubel

Kältere Schichten der Luft

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 8,95 | € (A) 9,20 | SFR 13,50
ISBN: 978-3-596-17819-3
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Buchdetails

Roman
192 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-17819-3
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Inhalt

Ein Kanu-Camp in Schweden. Hier arbeiten Aussteiger, Abenteuersuchende, Arbeitslose und Naturfreaks. Für einige Sommerwochen retten sie sich in eine kulturferne Landschaft. Auch Anja hat sich aus ihrem deutschen Kleinstadtalltag geflüchtet. Sie sucht Ruhe, doch sie wird überrascht von einer Leidenschaft: Eines Tages steht eine fremde junge Frau am See und legt Anja die Arme um den Hals und entführt sie in ein unbewohntes Haus. Sie gibt ihr den Namen ihres verlorenen Geliebten, des Schiffsjungen Schmoll. Doch der Zauber, die nachgeholte Unschuld dieser ersten Liebe, wird bald vergiftet durch den Argwohn und die Übergriffe der Campbewohner. Angst und Verstörung bedrohen nicht nur die Phantasien, sondern auch die Realität der beiden Frauen. Aus Aggression wird schließlich tödliche Gewalt.

»Sie saß nur eine Bootslänge weit weg von mir, wir waren allein auf dem See, zwei Nachtgestalten, deren Schatten auf dem Wasser einander ähnlich waren, während sich zwei andere, ungleichere, entferntere irgendwo berührten.«

Pressestimmen

»Strubels Stil, karg und mit wohldosierten poetischen Bildern durchsetzt, taucht die Landschaft in ein irisierendes Licht. Handlung, Erzähltes und Fantasiertes werden so geschickt ineinander verwoben, dass die Konturen verschwimmen.« Andreas Schäfer, Vanity Fair, 1.3.2007

»Antje Strubel fasst sehr überzeugend in Worte, in Bilder, in Szenen, was man eigentlich kennt und weiß: dass die Liebe eine Projektion von Wünschen ist. (...) Antje Strubel ist es gelungen, Romantik und Zeitkritik auf sehr verblüffende Weise zusammenzubringen. (...) es ist in lauter Naheinstellungen erzählt, mit manchmal atemberaubendem sprachlichen Zugriff. Und so entfaltet es seine Wirkung langsam, aber nachhaltig: Es ist der gelungene Versuch, eine zeitgenössische condition humaine sichtbar zu machen: die literaturnotorische Frau von dreißig Jahren, eine Gesellschaft der Außenseiter und die verbleibenden Möglichkeiten des Lebens.«
Katharina Döbler, Die Zeit, 1.3.2007

»Kein leichter Sommerroman mit viel Liebe und Leidenschaft, sondern ein feinsinniges, manchmal auch boshaft raffiniertes Buch darüber, wie wenig festgeschrieben die Identitäten der Geschlechter sind.«
Susanne Schaber, ORF, 2.3.2007

»Beeindruckend ist ihre Genauigkeit, ist der sprachliche Reichtum dieser Autorin. Antje Rávic Strubel entwirft in ihrem Roman atmosphärisch dichte Bilder, die in ihrer Intensität eine bedrohliche Wirkung entfalten. Spannung liegt in der Luft, von der ersten Seite an. Hier braut sich etwas Ungutes, Böses zusammen.«
Heide Soltau, NDR Info/Kultur, 6.3.2007

»Antje Rávic Strubel hat einen kleinen, lichtdurchfluteten Roman geschrieben, der vom Wesentlichen handelt – vom Wesentlichen, das gar nicht so schwer sein muß; von der Möglichkeit, sich selbst, seinen Gefühlen, seinen Gedanken mal zu trauen. Eine alte Geschichte, die aber immer wieder neu erzählt werden muß: wie die Liebe alles andere lächerlich, bedeutungslos macht. Antje Rávic Strubel erzählt diese Geschichte ohne Pathos und ohne Tand, schlicht und klug...« Alexander Solloch, NDR Kultur, Matinee, 7.3.2007

»Antje Rávic Strubel führt in ihrem Roman ›Kältere Schichten der Luft‹ ihre Heldin aus Halberstadt nach Schweden, in eine wahre Liebesexplosion. Eine lesbische Liebesgeschichte, wahnsinnig romantisch, die alles wagt, alle Vorsichten vergisst, alle Lebensmöglichkeiten für einen Moment wirklich werden lässt. Doch am Ende ist auch hier wieder - Halberstadt.«
Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.3.2007

»Antje Rávic-Strubel erzählt von rätselhaften Vorgängen, die gegen das Licht gehalten werden wollen, sollen die dunklen, abgründigen Seiten dieser Geschichten entdeckt werden. Sie drohen übersehen zu werden, schenkt man beim Lesen allein der Geschichte Aufmerksamkeit, die die Erzählerin in grellem Licht aufleuchten lässt.«
Michael Opitz, Deutschlandradio Kultur, 15.3.2007

»Antje Ravic Strubel hat den Roman für den kommenden Sommer geschrieben: Ein verzaubert licht-dunkles Sprachkunststück über ein Jugendlager an einem schwedischen See. In ›Kältere Schichten der Luft‹ zeigt sie, welche Verwandlungen die Liebe auslösen kann. (...) Ein geradezu altmeisterliches Sprachkunstwerk: Geflochten aus Sätzen, wie sie in ihrer Makellosigkeit, ihrer Präzision, ihrer dunkelleuchtenden Tiefe ziemlich selten geworden sind. (...) Verblüffend konsequent, unaufdringlich und sicher inszeniert Strubel ihr Sprach- und Literaturspiel. Lässt einen Roman aus dem Roman wuchern, ihn sich ausspinnen, flicht kleine hoffmanneske Nebengeschichten ein.«
Elmar Krekeler, Die Welt, 17.3.2007

»Antje Rávic Strubel ist, nach vier Büchern, eine viel zu kluge und gereifte Erzählerin, um nicht zu wissen, dass es keine wahre Sprache im falschen Körper gibt. Besser, man verlässt rechtzeitig die Kuschelzone der Gender-Spielchen und sucht sich seinen Blickpunkt in den ›kälteren Schichten‹ der Vernunftregion. Von da oben ist dieser hochkomplexe Roman ein reines Lesevergnügen.« Beatrix Langner, Neue Zürcher Zeitung, 17.3.2007

»Nur wenige können so klug, kultiviert und schön erzählen.«
Angelika Bohn, Ostthüringer Zeitung, 17.3. 2007

»So genau wie Antje Ravic Strubel den banal ruppigen Umgangston auf der Arbeitsstelle trifft, so abrupt wechselt sie hinüber in traumhafte Zustände, Trance. (...) Es ist verblüffend, wie es Antje Ravic Strubel gelingt, eine Milieustudie zu entwerfen. (...) solch erotisch aufgeladene, vieldeutige, be- und entrückende Sätze fallen in der deutschen Gegenwartsliteratur auf.«
Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung, 20.3.2007

Stark beachtet wird auch die deutsche Erzählerin Antje Rávic Strubel, die mit ihrem fünften Buch ›Kältere Schichten der Luft‹ den Statuswechsel von der Nachwuchsautorin zur arrivierten Schriftstellerin geschafft hat.«
Spiegel online, Leipziger Messe, 22.3.2007

»Hier erweist sich die in 1974 in Potsdam geborene Antje Ravic Strubel als famose Psychologin und Menschenkennerin. Ihr vokabelreicher Realismus verblüfft einmal mehr.«
Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau, Messebeilage, 21.3.2007

»Ein flirrender Sommerroman um eine Hauptfigur, die nach einer Identität sucht, mit der sie leben will. Aber sie ist beschädigt und die Leute um sie noch viel mehr. Das Buch tut weh, weil Antje Ravic Strubel die unsympathische Verlorenheit dieser Menschen, die sich ständig selbst im Weg stehen, bedrückend gut beschreibt.«
Kathrin Schings, Berliner Zeitung, 22.03.2007

»Dieses Buch leuchtet. Es ist voller Schein. Betörendes Blendwerk auf jeder Seite, Licht in allen Schattierungen, mal schmerzend grell, mal irreführend dämmrig. Erhellend allenthalben. Antje Strubel - das dazwischengefügte Rávic ist ein Fantasiename ohne Bedeutung, ein Klang, der für die Autorin den entrückten Zustand des Schreibens einfängt - hat mit ihrem zum Roman umgearbeiteten Hörspiel ›Kältere Schichten der Luft‹ ein herausragendes literarisches Werk geschaffen, das die Welt, die ist, in Blicke zerlegt. Durch die Augen ihrer Figuren löst Rávic Realität auf, um andere Realitäten zu schaffen. Objektivität - oder Wahrheit - entsteht aus der Summe der Betrachter. Ändert sich einer, ändert sich alles.«
Martin Hatzius, Neues Deutschland, 22.3.2007

»Ein großes Buch.«
Roland Mischke, Saarbrücker Zeitung, 23.3.2007

»Kaum ein Gegenwarts-Autor fällt einem ein, der das Magische der Natur, deren wechselnde Stimmungen, Stimmen und Beleuchtungen derart in Literatur zu transportieren verstünde wie diese Erzählerin - erst recht aber niemand, der inmitten der üppigsten Natur-Natur die menschliche Gefühls-Natur derart radikal in Zweifel zöge. Bei Strubel stehn Gefühle gewissermaßen als Natur zweiter Ordnung da: ein Gesellschaftsprodukt. Und doch ist der Roman einer der erotischsten seit langem: ein Buch der Beschwörungen.«
Frauke Meyer-Gosau, Literaturen, April 2007

»Das ist eine Verwandlung, wie sie nur große Literatur glaubhaft zu schildern vermag. So aufregend anders wurde lange nicht mehr von der Liebe erzählt, cool, und doch romantisch, ein Buch, das lange in einem nachhallt, einfach weil es alles in Frage stellt, was man über Mann und Frau und die Liebe zu wissen glaubte. Also vertrauen Sie mir, ich weiß was ich tue, und lesen Sie ›Kältere Schichten der Luft‹ von Antje Ravic Strubel, erschienen im S. Fischer Verlag.«
Denis Scheck, ARD Druckfrisch, 1.4.2007

»Klug und rätselhaft ist dieser Roman, sinnlich und unterkühlt und romantisch. Und so bilder-, licht- und farbenstark wie kein deutscher sonst in diesem Frühsommer.«
Elmar Krekeler, Focus, 2.4.2007

»Souverän bringt sie Romantik, Gendertheorie und Zeitkritik unter einen Hut.« Profil, 2.4.2007

»Strubels bislang bester Roman ist nicht zuletzt: unglaublich spannend.« Kulturnews, 5/2007

Über Antje Rávic Strubel

Antje Rávic Strubel wurde 1974 geboren und lebt in Berlin. Sie veröffentlichte die Romane ›Offene Blende‹ (2001), ›Unter Schnee‹ (2001), ›Fremd Gehen. Ein Nachtstück‹ (2002), ›Tupolew 134‹ (2004) und ›Vom Dorf. Abenteuergeschichten zum Fest‹ (2007). Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, ›Kältere Schichten der Luft‹ (2007) war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Rheingau-Literatur-Preis sowie dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet, ›Sturz der Tage in die Nacht‹ stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

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Antje Rávic Strubel
Foto: Zaia Alexander
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