Javier Marías

Keine Liebe mehr

Akzeptierte und akzeptable Erzählungen

Hardcover
Aus dem Spanischen von Susanne Lange
Preis € (D) 25,00 | € (A) 25,70
ISBN: 978-3-10-002444-2
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Buchdetails

512 Seiten, gebunden
S. FISCHER
ISBN 978-3-10-002444-2
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Weitere Ausgaben

Cover »Keine Liebe mehr«
Keine Liebe mehr
Preis € (D) 22,99
ISBN: 978-3-10-403565-9

Inhalt

Ein von einer afrikanischen Lanze durchbohrtes Paar, eine Pornoschaupielerin, ein Butler, der in einem New Yorker Aufzug steckenbleibt - mysteriöse Ärzte, wollüstige Ehefrauen, Bodyguards und Gespenster, das sind die Helden in JAVIER MARÌAS' Erzählungen, die einem abwechselnd den Atem nehmen, einen in schallendes Lachen ausbrechen oder über die ein oder andere Lebensweisheit nachdenken lassen. »Keine Liebe mehr« vereint endlich Marías‘ gesammelte Erzählungen: neue und bereits erschienene.



Pressestimmen

»Der Erzählband ›Keine Liebe mehr‹ des spanischen Autors Javier Marías ist eine Wundertüte voller Erfindungen, Überraschungen und Fantasie.«
Sigrid Löffler, Deutschlandradio Kultur, 27.10.2016

»Erzählungen aus vierzig Jahren. […] der spanische Schriftsteller ist ein Meister darin, mit Momenten zu überraschen, in denen Menschen alle Sicherheit verlieren«
Carmen Eller, Die Welt/Literarische Welt, 05.11.2016

»große Literatur«
Tobias Wenzel, Norddeutscher Rundfunk, 03.11.2016

»Selbst wenn man die Erzählungen schon kennt, ist die Lektüre ein Abenteuer. Vielleicht sogar gerade dann.
«
Meike Feßmann, Süddeutsche Zeitung, 21.11.2016

»Die Vielfalt, die Bandbreite und die außergewöhnlichen perspektiven machen auch diesen »frühen« Marías zum wunderbaren Erlebnis.«
Andreas Lieb, Kleine Zeitung Graz, 03.12.2016

»Manchmal gruselig, oft schreiend komisch und immer messerscharf beobachtet.«
Freundin, 17.12.2016

»Der Leser […] erlebt große Literatur«
Tobias Wenzel, Westdeutscher Rundfunk, WDR 3, 18.01.2017



Über Javier Marías

Javier Marías, 1951 als Sohn eines vom Franco-Regime verfolgten Philosophen geboren, veröffentlichte seinen ersten Roman mit neunzehn Jahren. Seit seinem Bestseller ›Mein Herz so weiß‹ gilt er weltweit als beachtenswertester Erzähler Spaniens.
Sein umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Nelly-Sachs-Preis sowie dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Seine Bücher wurden in über vierzig Sprachen übersetzt.

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Javier Marías
Foto:Jürgen Bauer


Interview

Interview im El Espectador, 1 Juni 2011, 06.01.2012
Der Schriftsteller Javier Marías hat eingestanden, dass er beim Schreiben seines Romans Die sterblich Verliebten – mit Erstaunen stellt der Autor fest, dass noch kein anderer Roman zuvor diesen Titel trägt - von großen Zweifeln ergriffen war. Sie waren so groß, dass er, selbst zwei Wochen vor Abgabe an den Verlag, überlegte, ihn doch lieber in der Schublade zu lassen. Es sollte keiner dieser »Schmöker« werden.

Javier Marías hatte seine kraftraubende Trilogie Dein Gesicht morgen beendet und, nachdem er all die Buchstaben zu Papier gebracht hatte, den Eindruck, als Schriftsteller alles gesagt zu haben. Doch seine vierzigjährige Karriere als Schriftsteller sollte nicht achtlos versanden – vielmehr kristallisierte sich in ihm, produktiv, wie er ist, eine neue Geschichte heraus. Die Geschichte von María Dolz, einer Frau, die in der Verlagswelt arbeitet und Zeugin einer durch einen Todesfall zerstörten Ehe wird, einer Frau, die die Ambivalenz der Straffreiheit und die Wechselbäder der Verliebtheit erfährt.
Angélica Gallón Salazar: Worauf sind Sie bei Ihrem Versuch, der Verliebtheit auf den Grund zu gehen, gestoßen?
Javier Marías: Es ist bekannt, dass es in meinen Romanen außer der Geschichte, der Handlung und ihrer Figuren immer auch Überlegungen und Kommentare gibt, die abschweifend erzählt werden. In diesem Roman dreht sich eine dieser Überlegungen genau um die nicht haltbare, sehr verbreitete Vorstellung von Verliebten, dass das Aufeinandertreffen zweier Personen gewissermaßen vorbestimmt ist. Es gibt da dieses Bedürfnis, zum Anfang zurückzukehren, als man den Geliebten kennengelernt hat, und zu glauben, dass man sich, wäre man beispielsweise nicht in diese bestimmte Bar gegangen oder nicht in eine ferne Stadt gereist, nicht getroffen hätte. Das ist ganz normal, die Leute haben sehr viel Freude daran, diese Art von Mythologie zu erfinden, ich habe den Eindruck, und davon möchte ich in diesem Roman erzählen, dass das nicht ganz zutrifft.
Für mich ist das Verliebtsein ein Ergebnis von Zufällen, es ist eine Lotterie, manchmal auch nur eine Frage, wer gerade zu haben ist, wir sind sehr abhängig davon, wer in unser Blickfeld tritt oder in wessen Blickfeld wir treten, und deshalb soll mein Roman dazu anregen, das Verliebtsein als eine Art Tombola zu betrachten. Ich verstehe den Wunsch von Verliebten, ihre Beziehung zu adeln und mit dem Schicksal in Verbindung zu bringen, glaube aber, dass das falsch ist.

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