Marlene Streeruwitz
Nachwelt.
Buchdetails
464 Seiten, Pappband
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-51102-0
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Inhalt
Eigentlich hätte es eine Liebesreise werden sollen. Die Recherche für die Biographie über Anna Mahler hätte Margarethe nebenbei gemacht. Aber dann kommt er nicht mit, und Margarethe fährt allein nach Los Angeles. »Flüchten Sie, so lange Sie noch können«, raten ihr drei alte Damen in der Shopping Mall, aber zu spät: Zehn atemlose Tage haben schon begonnen. Margarethe interviewt Anna Mahlers Ehemänner, Freunde und Schüler, viele von ihnen wie Anna selbst Emigranten der Nazizeit. Aber Margarethe muss lernen, dass es ihr unmöglich ist, diese vielen Erzählungen in eine »wahre« Geschichte zu verwandeln. Sie selbst lebt in der Nachwelt, aber die Vergangenheit ragt in ihre Gegenwart. Die Reise wird zur doppelten Suche nach Wahrheit, nach der fremden von damals und der eigenen von heute. In der Kulisse von Los Angeles gerät Margarethe zwischen zwei Zeiten und zwei Sprachen. Fremd und allein mit Sehnsucht, Liebe, Enttäuschung und der Wucht der Erinnerung muss sie zusehen, wie die Zerstörungen von damals weiterwirken. Auch an ihr.
Pressestimmen
"Nachwelt ist ein sehr klug konstruiertes Buch und in der Figur der Margarethe restlos überzeugend, wie sie sich beharrlich das Verliebtsein als Flucht vor dem Leben ausredet und das nötige Selbstbewußtsein ansammelt für den kommenden Alltagskampf." Eva Leipprand (Süddeutsche Zeitung) "Der beste Roman von Marlene Streeruwitz: zwei Frauen aus Wien, eine aus der Vergangenheit, die andere aus der Gegenwart, in einer schmucklos glänzenden Sprache, eindringlich gestammelte Wirklichkeit von einst und jetzt und künftigem." Franz Haas (NZZ) "Marlene Streeruwitz behauptet ihren Platz unter Österreichs wütenden Dichterinnen. Ein suggestiver Sog treibt den Leser fort durch die Geschichte." Angelika Ohland (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt) "(...) dicht erzählt, von höchster Intimität" Harald Stazol (Stern) "Es ist das bisher vielleicht beste Buch der Wiener Autorin." (Brigitte, 07.03.2000) "Ein bestechender Roman, der bis in die kleinsten Verästelungen hinein Zeichen der Hoffnungen und Erschütterungen dieses zu Ende gehenden Jahrhunderts trägt." Nicole Rosenberger (Die Weltwoche, 04.11.1999)
Über Marlene Streeruwitz
Interview zum Buch
Drei Wochen nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum französischen Präsidenten im Mai 2007 begann Marlene Streeruwitz diesen neuen Typus des mächtigen Mannes zu erforschen. Die Form des Romans, das Verschränken und Beschreiben von Motivketten, das detailgenaue Nachzeichnen eines Gedankenflusses, sind das poetische Instrument, mit dem die Autorin einer Persönlichkeit auf den Grund geht, für die Macht und Geld nicht mehr Mittel oder Standessymbole sind, sondern sexuelle, seelische und ästhetische Komponenten des Selbst.
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