Interview mit Becca S. Hale
In dem Buch »Symphony of the Sinner« begleiten wir die junge Parker, die an Halloween in ein düsteres Reich der Unterwelt hinabsteigt, um das Geheimnis um den mysteriösen Tod ihrer Mutter zu lüften. Um in dieser von Sünde und Grausamkeit regierten Welt zu überleben, lässt sie sich auf einen gefährlichen Pakt mit dem Dämon Azael ein – und muss sieben Rituale der Todsünden durchführen.
Wie die Idee zu dieser packenden Geschichte voller Geheimnisse, verbotener Gefühle und der verschwimmenden Grenze zwischen Mensch und Monster entstanden ist, verrät uns Becca S. Hale heute selbst.
Parker stürzt sich an Halloween in ein Reich ohne Licht, um den mysteriösen Tod ihrer Mutter aufzuklären. Was bewunderst du an deiner Protagonistin am meisten?
An Parker bewundere ich vor allem ihren Mut, Dinge zu tun und auszusprechen, die nicht immer bequem sind. Dafür aber notwendig. Und natürlich ihren ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, obwohl das Leben fünfzehn Jahre lang alles andere als fair zu ihr war.
In der Unterwelt geht Parker einen fatalen Pakt mit dem Dämon Azael ein. Was macht für dich die Faszination an düsteren, unmoralischen Protagonisten (Morally Grey Characters) aus?
Ich glaube, niemand von uns ist ausschließlich gut oder ausschließlich böse. Auch wenn wir uns das vielleicht gerne einreden. Genau das macht morally grey Figuren für mich so spannend. Sie stehen zu ihren Fehlern und machen keinen Hehl daraus. Manchmal handeln sie sogar ganz bewusst falsch und sind dennoch in der Lage, ihre Taten zu reflektieren. Manchmal zumindest. 🤭
Die Geschichte bedient beliebte Tropes wie Forbidden Love, Secret Identity und Seven Sins. Welches dieser Tropes macht dir als Autorin am meisten Spaß zu schreiben und warum?
Am meisten Spaß macht mir der Forbidden Love-Trope. Wir alle lieben doch die Versuchung. Besonders dann, wenn sie besonders verboten ist, oder? Bei »Symphony of the Sinner« hat mich außerdem der Seven Sins-Trope gereizt. Er gab mir die Möglichkeit, etwas völlig Neues auszuprobieren. Dadurch konnte ich sogar neue Seiten an meinem Schreiben entdecken.
Um zu überleben, muss Parker sieben Rituale der Todsünden durchführen. Ohne zu viel zu verraten: Wie bist du auf diese Idee gekommen?
Wenn ich an die Hölle denke, denke ich automatisch an Dämonen. Und bei Dämonen denke ich automatisch an das Böse oder Sündhafte. Die Sieben Todsünden lagen als Hauptthema daher auf der Hand. Trotzdem kannte ich bis dahin kein Buch, das dieses Konzept auf eben diese Weise aufgegriffen hat. Inspiriert haben mich außerdem die Gemälde des Künstlers Pieter Bruegel sowie der Song Year Zero der Band Ghost, das eine Zeit lang Dauergast auf meiner For You-Page auf TikTok war.
Du beschreibst meisterhaft, wie die Grenzen zwischen Mensch und Monster in der Geschichte verschwimmen. Wie versetzt du dich beim Schreiben in diese extrem düstere Stimmung? Hast du eine spezielle Routine oder eine bestimmte Playlist dafür?
Um in die richtige Schreibstimmung zu kommen, dimme ich das Licht, schalte eine Halloween- oder Herbst-Playlist ein und zünde eine Kerze an. Das klingt genau so klischeehaft wie es ist. Aber so tauche ich am besten in die düstere Atmosphäre meiner Geschichten ein.
Alles beginnt an Halloween in der Kleinstadt Grimmwood Creek, wenn sich die Tore zur Unterwelt öffnen. Was reizt dich so sehr an diesem schaurigen Feiertag als Ausgangspunkt für deine Geschichte? Und wie verbringst du den 31. Oktober am liebsten – lieber mit Horrorfilmen auf der Couch oder bei einer schaurigen Party?
Halloween hatte für mich schon immer einen ganz besonderen Stellenwert. Es vereint viele Dinge, die ich liebe: Kostüme, Süßigkeiten, den Herbst, dunkle Töne, kalte Temperaturen, ein bisschen Grusel und jede Menge Nostalgie. Schon als Kind wurde Halloween bei uns groß gefeiert, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Deshalb bevorzuge ich natürlich die schaurige Party.
Wenn du selbst (wie Parker) durch eines der Tore in das Reich der Dämonen springen müsstest – welchen Gegenstand aus unserer Menschenwelt würdest du unbedingt in deinen Rucksack packen?
Als Erstes dachte ich an mein Handy. Dann könnte ich mir damit seelische Unterstützung von meinem Verlobten holen. (Spoiler: Ich bin bei Weitem nicht so tough wie Parker.) Aber ich schätze, in der Hölle gibt es kein Netz. Also würde ich stattdessen lieber etwas zu essen mitnehmen. Vielleicht einen lebenslangen Vorrat an Maultaschen? Ich habe gehört, das Essen dort unten ist alles andere als genießbar. 😉


