Clemens Meyer

Als wir träumten

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 9,95 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-596-17305-1
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Buchdetails

Roman
528 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-17305-1
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Inhalt

Sie träumen vom Aufstieg ihrer Fußballmannschaft, von einer richtigen Liebe und davon, dass irgendwo ein besseres Leben wartet. Rico, Mark, Paul und Daniel wachsen auf im Leipzig der Nachwendejahre, in einem Viertel, dessen Mittelpunkt die Brauerei ist. Jede Nacht ziehen sie durch die Straßen. Sie feiern, sie randalieren, sie fliehen vor den Glatzen, ihren Eltern und der Zukunft. Sie kämpfen mit Fäusten um Anerkennung und schlagen die Zeit tot. Sie saufen, sie klauen, sind cool und fertig und träumen vom eigenen Leben. Alle ihre Fluchtversuche enden auf den Fluren des Polizeireviers Südost.
Leidenschaftlich, wild und mutig verspielen sie ihr Leben in einer aussichtslosen Rebellion. Darum lassen einen die Bilder des nächtlichen Leipzig, die Boxkämpfe, die Hoffnungslosigkeit und die Hoffnung dieses Romans nicht mehr los.

»Selbstverständlich ist Meyer viel zu jung. Aber so ist das mit guten Schriftstellern. Sie tauchen plötzlich auf und die ergrauten Kollegen kratzen sich am Kopf: Wieso kann der eigentlich schon so viel?« Sten Nadolny

Pressestimmen

»Sein Roman nimmt den Leser auf den ersten Seiten gefangen und wirft ihn in eine überbordende Geschichte. Womöglich ist Meyer gelungen, was Juli Zeh beschreibt als ›Zurückkehren zu dem Schreiben, das man ursprünglich für sich entdeckt hat‹.«
Claudia Voigt, KulturSpiegel, 3/06

» [...] ein Buch wie eine Faust.[...] ein solches kraftvolles, unbeirrtes Debüt hat die deutsche Literatur lange nicht mehr erlebt, ein Buch voller Wut, Trauer, Pathos und Aberwitz, ein Roman über eine verschworene Gang von Leipziger Kleinkriminellen, die nicht nur gegen Polizei, Eltern und gegnerische Banden randaliert, sondern gegen ihre ganze Existenz. Und dass der Autor gerade einmal 29 Jahre alt ist, in Leipzig lebt und sein Auftreten und Habitus erkennen lassen, dass die Erfahrung an seinem Buch mitgeschrieben hat, macht es auf mulmige Weise noch spannender.«
Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. 3. 2006

»Stets gelingt es Clemens Meyer, eine dichte, unverwechselbare Atmosphäre aufzubauen. Jede Zeile seines Romans atmet buchstäblich die ›Verlorenheit‹ seiner Unterschicht-Helden. Ohne sich mit Deutungen aufzuhalten, saugt sich seine Prosa ganz nah heran an ihren stark adrenalinhaltigen Alltag, an das Zerrinnen ihrer Träume.«
Christoph Vormweg, Deutsche Welle, 30.3.2006

» [...] dieser Ton nimmt von Anfang an gefangen [...] Clemens Meyer kann Stimmungswerte schaffen, perspektivische, atmosphärische, existenzielle [... ]
Meyer verfügt über einen Stoff, mit dem er sich auskennt, der etwas hergibt und mit dem der Autor, wie jede Romanzeile beweist, in Leidenschaft verbunden ist. Meyer schreibt [...] so gekonnt, wissend und mitfühlend wie schon lange keiner mehr. Es gelingt ihm, die Gebrochenheit seiner Figuren durchzuhalten, ohne sie verkaufen, weder sozialkritisch noch heroisierend.«
Eberhard Falcke, Die Zeit, 9. 3. 2006

»Ohne eitle Posen, fernab jeder Innerlichkeitsprosa.[...] Meyer weiß, wovon er schreibt. Selten gab es in der jungen deutschen Literatur ein Buch, das sich so kenntnisreich, so liebevoll mit Figuren vom sogenannten Rand der Gesellschaft beschäftigt hat.«
Matthias Schmidt, Welt am Sonntag, 12. 3. 2006

» [...] geradezu beunruhigend perfekt. [...] So großartig aufgebaut, so souverän im Atmosphärischen, so böse, so hoffnungslos, aber auch so eingefärbt mit den Träumen der Jugendlichen.[...] Daniel Lenz aber, der seinen Freunden bei allem Draufgängertum schon immer einiges an Vorsicht voraus hatte, findet vom Erinnern zum Erzählen. Schon die meisterliche Abbildung dieses Prozesses macht aus Clemens Meyers Debüt einen großen Roman. Alles andere auch.«
Tilmann Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Messebeilage, 15. 3. 2006

»Ein großartiges Buch, eine neue Stimme, ein junger, reifer Schriftsteller, von dem man ganz gewiss wieder hören wird.«
Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau, 15. 3. 2006

»Sie sind in der DDR nicht mehr richtig groß und im neuen Deutschland nicht erwachsen geworden. Doch jetzt haben sie einen, der von ihrer inneren Zerrissenheit sensationell gut und schnell erzählen kann. ›Als wir träumten‹ ist ein scheißguter Nach-Wenderoman.«
Jackie Richard, BILD Zeitung, 17. 3. 2006

»Dergleichen steht natürlich in einer literarischen Tradition. Man fühlt sich an Texte von Rolf-Dieter Brinkmann und Charles Bukowski erinnert. Noch mehr freilich an Alfred Döblins berühmte Milieustudie ›Berlin Alexanderplatz‹.«
Ivo Frenzel, NDR Kultur, 9. 3. 2006

»Dabei ist Meyer, man muss das in aller Klarheit festhalten, ein absoluter Könner, ein souveräner Stilist.« Ijoma Mangold, Süddeutsche Zeitung, 26.6.2006

»Meyers Meisterschaft besteht darin, das pubertäre Pathos dieser Heldenerzählungen fühlbar machen zu können und zugleich wachsam genug zu sein, um jene Realitäten zu beschreiben, welche die Illusionen entlarven. Er verleiht den Träumen Glanz und beschreibt zugleich den Alptraum, der sie umgibt. Der Alptraum, das ist nicht nur die materielle Not und die Angst vor Gewalt. Der Alptraum besteht vor allem darin, dass soziale Bindungen an Not und Angst zerbrechen. Auch die Freundschaft.«
Daniel-Dylan Böhmer, spiegel online, 15. 3. 2006

»In den Feuilletonredaktionen, in den so gerne über die neue Bürgerlichkeit nachgedacht wird und über den Sinn von Klavierunterricht für die Kleinsten, ist man ergriffen von der Präsenz der Figuren. Sie glühen geradezu, heißt es, zu recht...... Als wir träumten ist ein rabenschwarzer Wenderoman.«
Harald Jähner, Berliner Zeitung, 16. 3. 2006

»Die kurzen Dialoge kontrastiert der Autor mit einer achronischen Erzählweise, er springt elegant hin und her. Kraftvoll und gleichzeitig sensibel ist die Erzählhaltung, bei der Meyer kein Blatt vor den Mund nimmt. (...) Hinter der randlosen Brille steckt kein dumpfbackiger Geist, sondern ein kritischer, in sich gekehrter Beobachter der einfachen Menschen und ihrer Umwelt.«
Tobias D. Höhn, dpa, 19. 4. 2006

Über Clemens Meyer

Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle / Saale, lebt in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman ›Als wir träumten‹, für den er zahlreiche Preise,
darunter den Mara-Cassens-Preis, erhielt. 2008 folgten die Erzählungen ›Die Nacht, die Lichter‹, die mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurden. Im Frühjahr 2010 erschien ›Gewalten. Ein Tagebuch‹.

Mehr über Clemens Meyer

Clemens Meyer
Foto: Jürgen Bauer


Interview zum Buch

Interview mit Clemens Meyer, 14.03.2008
Clemens Meyer im Interview
Petra Gropp: Ein fast 500 Seiten starker Roman über das waghalsige Leben, die großen Hoffnungen und leisen Träume der Jugendlichen in Leipzig-Ost. Die Frage, wie ein solches Buch entsteht, zielt zuerst einmal auf den Stoff. Du hast in einem Gespräch gesagt: "Emile Zola ist durch abgewrackte Gegenden gewandert, um Stoff zum Schreiben zu finden, ich wohne dort." Liegen die Geschichten also quasi „auf der Straße“, und man muss sie nur einsammeln?
Clemens Meyer: Wenn's so einfach wäre. Die Anregung finde ich tatsächlich ab und an „auf der Straße“ oder in der Kneipe, vor allem auch im Gespräch mit alten Freunden. Aber auch in Zeitungen, und in mir selbst. Wenn das Gesehene, Gehörte, Erlebte etwas in mir auslöst, hinterlässt, mich bewegt und dazu zwingt, es künstlerisch umzusetzen, dann ist's optimal.
Nur so kann's meiner Meinung nach zu relevanter Kunst werden. Und das ist dann das Schwierige, die Kunst.
Als wir träumten
 

Hörprobe

Clemens Meyer
Als wir träumten
S. Fischer Verlag
Hardcover

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