Charlotte McConaghy – Zugvögel Banner

»Zugvögel«: Eine Hommage an die wilden Geschöpfe dieser Erde

Auf der Suche nach Erlösung folgt eine junge Frau den letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis – McConaghys internationaler literarischer Durchbruch

Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht, die wilden Strömungen und gefiederten Gefährten den Menschen vorgezogen. Als die Vögel beginnen zu verschwinden, beschließt die junge Ornithologin den letzten Küstenseeschwalben zu folgen. Inmitten der exzentrischen Crew eines der letzten Fischerboote macht sie sich auf den Weg in die Antarktis. Schutzlos ist die junge Frau den rauen Naturgewalten des Atlantiks ausgeliefert, allein die Vögel sind ihr Kompass. Doch wohin die Tiere sie auch führen, vor ihrer Vergangenheit kann Franny nicht fliehen. Ihr folgt das Geheimnis eines Verbrechens, die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe. Und schon bald entwickelt sich die Reise zu einem lebensbedrohlichen Abenteuer. 

 

 

Zugvögel

Auf der Suche nach Erlösung folgt eine junge Frau den letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis

Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht, die wilden Strömungen und gefiederten Gefährten den Menschen vorgezogen. Als die Vögel zu verschwinden beginnen, beschließt die Ornithologin den letzten Küstenseeschwalben zu folgen. Inmitten der exzentrischen Crew eines...

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Eines der schönsten und herzzerreißendsten Bücher, die ich je gelesen habe!

Emily St. John Mandel, Bestsellerautorin von ›Das Licht der letzten Tage‹

Eine Auswahl an Leserstimmen

»Eines der schönsten und herzzerreißendsten Bücher, die ich je gelesen habe!« Emily St. John Mandel, Bestsellerautorin von ›Das Licht der letzten Tage‹

»Ein Roman, der einfach alles hat: Abenteuer, Familiengeheimnis, eine erschütternd schöne Liebesgeschichte und eine beklemmende Aktualität, weil er die Klimakrise einen entscheidenden Schritt weiterdenkt. Ein ganz großes Lese- und Übersetzungserlebnis!« Tanja Handels, Übersetzerin

»Beim Lesen habe ich das Meer gerochen, den Wind in den Haaren gespürt, das Kreischen der Vögel gehört und mit Franny Stone bis zum Ende mitgefiebert. Mein Highlight in diesem Programm!« Petra Wittrock, Marketingmanagerin

»Das Leseexemplar von Charlotte McConaghy habe ich verschlungen, wie einen das Meer verschlingen kann. Die Autorin spricht so viele Themen an: die Umwelt, das Aussterben der Tierarten verursacht durch unsere Ausbeutung und dann die innere Seelenwelt der Menschen, an der Person von Franny und ihrer Familie erzählt: „Die Wildnis – das Gefühl der Freiheit in ihr“ und ihre archaischen Gefühle den
Tieren und dem Meer gegenüber. Der Leser will mit ihr und den Küstenseeschwalben von Grönland bis in die Antarktis reisen. Ein Umweltroman, ein großer Liebesroman an das Leben und die Natur.« Heike Backe, Buchhandlung Zanker Illertissen

Leseprobe

Zugvögel

Zugvögel

Die Tiere sterben. Bald sind wir hier ganz allein.

Damals hat mein Mann eine Kolonie Sturmschwalben entdeckt, an der felsigen Küste des unbezähmbaren Atlantiks. In der Nacht, als er mich dorthin mitnahm, wusste ich noch nicht, dass sie zu den Letzten ihrer Art gehörten. Ich wusste nur, wie ungestüm sie in ihrer nächtlichen Höhle waren, wie verwegen sie über das mondhelle Wasser schossen. Wir blieben eine Zeitlang bei ihnen, und in diesen wenigen Stunden im Dunkel konnten wir uns einreden, wir wären wie sie, genauso wild und frei.

Damals, als die Tiere verschwanden, wirklich und wahrhaftig verschwanden, nicht nur als Warnung vor einer düsteren Zukunft, sondern jetzt, jetzt und hier, im Zuge eines Massensterbens, das wir sehen und fühlen konnten, beschloss ich, einem Vogel übers Meer zu folgen. Vielleicht hoffte ich ja, er würde mich dorthin führen, wohin sie alle geflüchtet waren, die anderen seiner Art, all die Lebewesen, die wir getötet zu haben glaubten. Vielleicht dachte ich auch, ich könnte herausfinden, welch grausamer Trieb mich dazu zwang, alles zu verlassen, Menschen, Orte, immerzu. Oder ich hoffte einfach nur, die letzte Reise dieses Vogels würde mir einen Ort zeigen, wo ich hingehörte.

Damals waren es Vögel, die meinem ungestümeren Ich auf die Welt halfen.

Zur vollständigen Leseprobe 📖

Charlotte McConaghy

Charlotte McConaghy

Charlotte McConaghy, Jahrgang 1988, hat irische Wurzeln und wuchs in Australien auf. Ihre Passion für die Natur und Tierwelt und ihre Erschütterung über die Auswirkungen des Klimawandels inspirierten sie zu »Zugvögel«, ihrem literarischen Debütroman, mit dem sie den internationalen Durchbruch erreichte. Sie hat einen Abschluss als Drehbuchautorin der Australian Film Television and Radio School. McConaghy lebt heute in Sydney.

Charlotte McConaghy, »Zugvögel«: Book Club Guide

Willkommen zum Leitfaden zu Charlotte McConaghys Debütroman »Zugvögel« für euren Lesekreis.
Spoileralarm: Bitte beachtet, dass folgende Diskussionsfragen wichtige Aspekte der Handlung sowie das Ende verraten. 
Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!

1.    Das dem Roman vorangestellte Motto stammt aus einem Gedicht von Rumi: „Vergiss die Sicherheit. / Lebe, wo du zu leben fürchtest.“ Wie zieht sich dieser Leitspruch durch Frannys Leben? Haltet ihr ihn für einen guten Rat?

2.    Diskutiert den ersten Satz des Romans: „Die Tiere sterben. Bald sind wir hier ganz allein.“ Welchen Einfluss hat die Bedrohung der Tierarten und das Massensterben auf die Figuren und die Handlung des Romans? Was sind die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Frannys Welt und unserer eigenen? Würdest du diesen Roman als dystopisch bezeichnen? Warum oder warum nicht?

3.    Küstenseeschwalben legen von allen Tieren die längste Wanderung zurück. Zu Lebzeiten können sie auf eine Strecke kommen, die der drei Mal vom Mond und zurück entspricht. Was symbolisieren die Küstenseeschwalben in diesem Roman, und warum sind besonders Franny und Niall so fasziniert von ihnen?

4.    Das erste Mal, als Franny eine Vorlesung von Niall hört, zitiert er Margaret Atwood: „Wir haben die Vögel gegessen. Wir haben sie gegessen. Wir wollten, dass ihr Gesang durch unsere Kehle emporsprudelte und aus unserem Mund herausbrach, also haben wir sie gegessen. Wir wollten, dass ihre Federn aus unserem Fleisch sprossen. Wir wollten ihre Flügel, wir wollten fliegen wie sie, frei zwischen den Baumwipfeln und den Wolken herumschweben, und deshalb haben wir sie gegessen. Wir haben sie aufgespießt, wir haben sie erschlagen, wir haben ihre Füße mit Klebstoff bestrichen, wir haben sie mit Netzen gefangen, wir haben sie am Spieß gebraten, wir haben sie auf glühende Kohlen geworfen, und das alles aus Liebe, weil wir sie liebten. Wir wollten eins mit ihnen sein.“ Warum hat er diese Textstelle gewählt? Wie ziehen sich die Themen von Liebe und Zerstörung durch den Roman?

5.    Was repräsentiert Irland für Franny? Und was Australien? Diskutiert die Bedeutung von Heimat und Zugehörigkeit in diesem Roman, und wie Frannys Suche danach ihr Leben bestimmt.

6.    Franny sagt: „Wie ungerecht das ist, ein Geschöpf sein zu müssen, das lieben, aber nicht bleiben kann.“ Warum hat sie solche Schwierigkeiten zu bleiben, selbst bei den Menschen, die sie am meisten liebt? Fandest du diese Facette ihres Charakters sympathisch? 

Kurz vor ihrem Autounfall sagt Niall zu Franny: „Es ist ein Unterschied, ob man Wanderfüße hat oder fortgeht. In Wahrheit hast du mich doch kein einziges Mal verlassen.“ Stimmst du zu?

7.    Anik sagt zu Franny: „Je stärker man ist, desto gefährlicher wird die Welt.“ Was bedeutet das? Diskutiert diese Aussage besonders in Hinblick auf Franny und Ennis.

8.    Franny ist zwiegespalten, einerseits protestiert sie gegen die umweltzerstörerischen Fangtechniken, andererseits ist sie abhängig von einem Fischerboot, um den Küstenseeschwalben folgen zu können. Sie und Niall haben gemeinsam den Großteil ihres Lebens dem Naturschutz gewidmet, obwohl ihr Lebensstil dem öfters zuwiderläuft (beispielsweise fahren sie noch Auto, fliegen, rauchen etc.) Hast du Verständnis für diese Widersprüche?

9.    In der Naturschutzgesellschaft Mass Extinction Reserve ziehen die Umweltschützer die Rettung von Tieren, die der Menschheit nützen (wie z.B. Bienen), den Tieren vor, „die nur um der Existenz willen existierten, weil viele Millionen Jahre der Evolution sie zu wundersamen Geschöpfen geformt hatten“. Ist diese Priorisierung selbstsüchtig oder berechtigterweise pragmatisch? Was verlieren wir, wenn wir die Tierwelt verschwinden lassen?

10.    Niall und andere Wissenschaftler des Mass Extinction Reserve streiten über die beste Methode Vögel zu schützen. Niall glaubt, dass ihnen die Wanderung von Natur aus angeboren ist, während Harriet entgegnet, sie sollten lernen sich anzupassen und ohne Zug zu überleben. Welche Seite findest du überzeugender?

11.    In eine von Nialls Vorlesungen sagt er über die Tierwelt: „Sie werden gewaltsam und unterschiedslos von unserer Gleichgültigkeit hingemetzelt. Unsere Machthaber sind zu dem Schluss gekommen, dass Wirtschaftswachstum wichtiger ist.“ Wie sehr trifft das auf unsere Welt zu, in der führende Staats- und Regierungschefs über die angemessenen Reaktionen auf den Klimawandel debattieren? Was ist unsere Verantwortung gegenüber dem Planeten?

12.    Franny liebt das Meer „mit jedem Atemzug, mit jedem Herzschlag“. Was repräsentiert das Meer für sie? Warum ist sie davon derart angezogen?

13.    Franny beschreibt ihr Leben, bis zur der Entscheidung den Küstenseeschwalben zu folgen, als „ein Vogelzug ohne Ziel“. Warum glaubst du, verbrachte sie große Teile ihres Lebens ohne Richtung und Ambitionen? Was sind die Vor- und Nachteile solchen Existierens?

14.    Wenn Ennis Franny von seiner Frau Saoirse erzählt, die ihn anflehte, sie zu verlassen, damit er nicht zusieht, wie sich ihre Huntington-Krankheit verschlimmert, reagiert Franny eisern: „Du musst zurück zu deiner Familie. Du begreifst gar nicht, wie wichtig es ist, bei ihr zu sein.“ Glaubst du, es war die richtige Entscheidung von Ennis der Bitte seiner Frau zu folgen? Ist seine Unfähigkeit zu bleiben der von Franny ähnlich?

15.    Ennis erzählt Franny von Point Nemo, „der abgelegenste Ort der Welt, so weit entfernt vom Festland wie nichts anderes“. Wenn sie danach fragt, wie man sich das vorstellen könnte, antwortet er, „Nichts könnte grausamer und einsamer sein… Es ist still“. Warum fühlen sich Ennis und Franny so angezogen von Point Nemo? Welche Bedeutung hat er für den Rest des Romans?

16.    Warum übernimmt Franny die Verantwortung für den Tod von Niall und Greta? Hältst du es für richtig, dass sie sich selbst die Schuld daran gab und deswegen vor Gericht auf schuldig plädierte?

17.    In einigen Schlüsselmomenten des Romans, auch auf der letzten Seite, erinnert sich Franny an den Rat ihrer Mutter, auf Hinweise zu achten: „Die Hinweise auf das Leben. Sie sind überall versteckt“. Was bedeutet das? Diskutiert die Rolle zwischen Schicksal und freiem Willen im Leben der Figuren. 

18.    Was hofft Franny zu erreichen, wenn sie den Küstenseeschwalben auf ihrer letzten Wanderung folgt? Was ist mit Ennis? Was glaubst du, was die Zukunft für beide bereithält?