Der verwaltete Mensch

Studien zur Deportation der Juden aus Deutschland

Das bahnbrechende Werk des jüdischen Schriftstellers und Denkers H. G. Adler erschien 1974 in kleiner Auflage und war bald vergriffen. Nun ist es nach mehr als 50 Jahren wieder zugänglich – neu gestaltet und mit einem Vorwort versehen, das die eigentümliche Entstehungsgeschichte dieses Buches erzählt.

H. G. Adler, 1910 in Prag geboren, widmete sich nach fast vierjähriger KZ-Haft der Aufgabe, die Methoden der von ihm selbst erfahrenen mörderischen Verfolgung darzustellen. In seinem Buch »Der verwaltete Mensch« führt er vor Augen, wie Hunderttausende Menschen mit Hilfe ausgefeilter administrativer Verfahren entrechtet und ermordet wurden. Die wichtigste seiner vielen Quellen bilden die mehr als tausend Akten der Gestapoaußenstelle Würzburg zur sozialen Isolation, zur heimtückischen Quälerei und zur schließlich bürokratisch-arbeitsteilig abgewickelten Deportation der mainfränkischen Juden. Überall sonst wurden diese Dokumente kurz vor Kriegsende vernichtet. Adler dokumentiert den Verwaltungsvorgang der Deportation als Dreh- und Angelpunkt zwischen Leben und Tod. Mit unvergleichlicher Präzision veranschaulicht er, wie Massenmord zur Verwaltungsaufgabe von Dorf- und Oberbürgermeistern wurde, von Gemeindepolizisten, Finanzbeamten und Gestapomännern, von Bürgerämtern und Wohlfahrtsorganisationen, von Arbeits- und Grundbuchämtern, von Sparkassenangestellten, Bahnbeamten und Fuhrunternehmern. Sie alle und viele andere waren daran beteiligt.

Zu den bekanntesten Lesern von Adlers Werk zählen Hermann Broch, Theodor W. Adorno, Hannah Arendt und W. G. Sebald.

Veröffentlicht mit freundlicher Unterstützung der S. Fischer Stiftung

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Obwohl in den 60ern und 70ern entstanden, erweist sich Adlers Buch als auf der Höhe des heutigen Forschungsstandes.

Konstantin Sakkas,
Frankfurter Rundschau, 30. Juli 2026

Das Opus magnum des fast vergessenen Pioniers der Holocaust-Forschung liegt endlich wieder vor.

Konstantin Sakkas,
Frankfurter Rundschau, 30. Juli 2026

Nun ist das Standardwerk endlich wieder erhältlich. [...] Lesen!

Jim Tobias,
Hagalil, 11. August 2026

H. G. Adlers klassisches Werk über die Deportation der Juden aus Deutschland liegt nun in einer staunenswerten Neuausgabe vor.

Norbert Frei,
Süddeutsche Zeitung, 13. September 2026

Der klare Blick auf den bürokratisch-arbeitsteiligen Weg hin zur „Endlösung“ enthält auch eine Mahnung für die Gegenwart.

Norbert Frei,
Süddeutsche Zeitung, 13. September 2026

Was Adlers Darstellung antreibt, ist diese Perspektive auf einen mit eigenen Augen beobachteten und am eigenen Leib durchlittenen Völkermord [...].

Norbert Frei,
Süddeutsche Zeitung, 13. September 2026

Es ist diese Botschaft [...] – unter der dann auch als Haupttitel des Buches dienenden Überschrift „Der verwaltete Mensch“ – als ganz praktisch-politisch gemeinte Warnung für alle Zukunft.

Norbert Frei,
Süddeutsche Zeitung, 13. September 2026

Ihre Quellen, [...] heben bei der Wiederlektüre fast vergessene historiografische Wissensbestände und Erkenntnisse hervor, die sich gegenüber der aktuellen Forschung [...] als deren Fundament erweisen.

Norbert Frei,
Süddeutsche Zeitung, 13. September 2026

Nun liegt das Buch in einer sorgfältigen Neuauflage vor, ergänzt um ein pointiertes Vorwort von Götz Aly [...]


Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07. Oktober 2026

Adler gab der Verfolgung Gesichter und Namen [...]. Es war ein ganz eigener Stil und eine besondere Struktur, die Adler seiner Studie gab.


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  • Erscheinungstermin: 29.07.2026
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  • ISBN: 978-3-10-397655-7
  • 1440 Seiten
  • Autor: H. G. Adler
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