Jürgen Ponto-Preis 2026 geht an Valeria Gordeev
Der diesjährige Jürgen Ponto-Preis geht an "Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle" (erscheint am 26.08.) von Valeria Gordeev! Der Preis ist mit 25.000 EUR dotiert und wird am 5. November 2026 im Literaturhaus Frankfurt offiziell verliehen.
Die vollständige Begründung der Jury lautet wie folgt:
Der Titel ihres Romandebüts deutet es an: In der gewöhnlichen Hülle eines Buches debütiert hier eine Autorin mit einem eigensinnigen Großprojekt. "Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle" ist selbst ein Kokon. Was ihm entschlüpft, ist ein sich eindrücklich entfaltender Formwille, ein motivisch organisierter funkelnder Netzwerk- und Systemroman. Gewalt und Traumata werden nicht nur historisch verortet, sondern erscheinen gespeichert in Körpern, Lebensmitteln und Dingen. Dieses monströs und feingliedrig zugleich anmutende Erstwerk bedient auf mehr als 600 Seiten alles, was man von einem großen Buch erwarten darf. Es vereint verschiedene Formen, Töne und Sprechweisen. Die Autorin spinnt darin diverse Erzählstränge, etabliert zahlreiche Themen (alle von Belang!) und lässt mehrere Sprachen ineinander rutschen (Russisch, Deutsch, Ukrainisch). Die Bildsprache ist gewaltig und die von der Autorin gezeichneten Embleme und Piktogramme sind Sachlichkeitsverstärker. "Materialintelligenz!", ruft Miriam Zeh. "Eine vielstimmig orchestrierte Suite", sagt Daniela Strigl. "Eigentlich ein Unding!", gratuliert Hauke Hückstädt. Wenn die Sprache wirklich das Labor unserer Zukunft ist, müssen wir uns doch keine Sorgen machen.
Der Jury gehören der Fachkurator Literatur der Jürgen Ponto-Stiftung Hauke Hückstädt sowie in diesem Jahr die österreichische Literaturkritikerin Daniela Strigl und die Deutschlandfunk-Redakteurin Miriam Zeh an.
Wir freuen uns sehr und gratulieren Valeria Gordeev ganz herzlich!


