FBM | Ausstellung: „Ich habe die tschechische Sprache geheiratet” – Reiner Kunze und die tschechische Poesie
- Frankfurt, Deutsche Nationalbibliothek
- 29.09.2026
Anlässlich des Ehrengastauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse zeigt die Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung die Ausstellung „Ich habe die tschechische Sprache geheiratet. Reiner Kunze und die tschechische Poesie“ erstmals im öffentlichen Raum. Die hierzu adaptierte Präsentation entstand in Kooperation mit dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek. Sie ist vom 29. September bis 30. Oktober 2026 auf dem Vorplatz der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main rund um die Uhr zugänglich.
Die Ausstellung würdigt das Werk des Lyrikers, Übersetzers und Schriftstellers Reiner Kunze im deutsch-tschechischen Kontext. Im Mittelpunkt stehen seine literarischen und persönlichen Verbindungen zu bedeutenden tschechischen Dichterfreunden, insbesondere zu Ludvík Kundera, Milan Kundera und Jan Skácel. Reiner Kunzes Nachdichtungen tschechischer Gedichte wie auch seine politisch und menschlich motivierten Begegnungen mit Tschech*innen machen die tschechische Sprache und Poesie zu einem zentralen Lebens und Arbeitsmotiv. Eine entscheidende Rolle spielte dabei seine aus Südmähren stammende Ehefrau Elisabeth.
Die Ausstellung ist zweisprachig in Deutsch und Tschechisch konzipiert. So wird im Rahmen des Ehrengastauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse die Literatur als Brücke zwischen Sprachen, Ländern und Kulturen sichtbar: Übersetzen wird als künstlerischer Akt und politisches Statement verstanden.
Ein besonderer Bezug der Ausstellung gilt Reiner Kunzes berühmtem Prosaband „Die wunderbaren Jahre“, der vor genau 50 Jahren erstmals zur Buchmesse in Frankfurt am Main erschien. Im Teil Café Slavia verarbeitet Kunze den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die ČSSR 1968 und die Erfahrungen der tschechoslowakischen Bürger*innen in den darauffolgenden Jahren der Repression. Eine am Ende des Buches befindliche Sammlung übersetzter Gedichte von Autor*innen, die in der damaligen ČSSR unter Publikationsverbot standen, stellt einen literarischen und politischen Akt der Solidarität dar, der die Verbindung zwischen Kunzes eigener Schreibweise und der tschechischen Poesie besonders deutlich macht.
Die Ausstellung wird am 29. September 2026 um 19:00 Uhr im Vortragsaal der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main feierlich eröffnet.
Veranstaltungsort
Deutsche Nationalbibliothek
Adickesallee 1
60322 Frankfurt
Veranstalter
Deutsche Nationalbibliothek Deutsches Exilarchiv 1933–1945
