Lesung und Gespräch

Lesung und Gespräch mit Charlotte Gneuß

Gittersee, ein Vorort von Dresden, 1976, Karin ist 16. Sie hütet ihre kleine Schwester, hilft der Großmutter im Haushalt, tröstet den Vater, versucht, die Mutter zu ersetzen und schaut stundenlang fern mit ihrer Freundin Marie. Als Karins Freund Paul zu einem Ausflug aufbricht und nicht mehr zurückkommt, stehen in der Nacht zwei Uniformierte vor der Tür, und ihre Welt gerät aus den Fugen. Alles verschiebt sich, auch die Moral. Unverwechselbar und vielschichtig erzählt Charlotte Gneuß von einer Welt, die es nicht mehr gibt, und von der Frage, ob Unschuld möglich ist.

  • Moderation:  Daniela Woloszczak
  • Berlin, Gemeindehaus Nordend
  • 03.03.2024
  • 17:00 Uhr

1976, im Dresdner Vorort Gittersee: Karin ist 16, hütet ihre kleine Schwester und hilft der renitenten Großmutter im Haushalt, die ihrer Zeit als Blitzmädel hinterhertrauert. Karins Vater verzwei­felt an der Reparatur seines Škodas wie an der des Familienlebens, und ihre Mutter würde am liebsten ein anderes Leben führen. Aufgehoben fühlt sich Karin bei ihrer Freundin Marie, dem einzigen Mädchen in der Klasse, das später nicht etwas machen, sondern etwas werden will: die erste Frau auf dem Mond. Und Karin ist verliebt: in ihren Freund Paul, der gerne Künstler wäre, aber im Schacht bei der Wismut arbeitet. Als Paul zu einem Ausflug aufbricht und nicht mehr zurückkommt, stehen eines Nachts zwei Uniformierte vor der Tür, und Karins Welt gerät aus den Fugen. 
In diesem eindringlichen Debütroman erzählt Charlotte Gneuß von einer Welt, die es nicht mehr gibt und von der Frage, ob Unschuld möglich ist.


Ausgezeichnet mit dem »aspekte«-Literaturpreis, dem Jürgen Ponto-Preis 2023 und dem Nicolas-Born-Debütpreis 2024

Veranstaltungsort

Gemeindehaus Nordend
in der Schönhauser Straße 32 / Kirchstraße
13158 Berlin


Eintritt frei, Spende erbeten.


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