Lesung und Gespräch

Hybrid-Lesung mit Senthuran Varatharajah

Im Rahmen der 28. Heidelberger Literaturtage

  • Heidelberg, Universitätsplatz Heidelberg, Spiegelzelt
  • 05.06.2022
  • 19:00 Uhr
  • 10,00 € (regulär),  5,00 € (ermäßigt)

Unsere Sprache der Liebe ist in ihrer äußersten Form nicht zuletzt auch kannibalisch: Man hat das geliebte Objekt „zum Fressen gern“ und möchten es „verschlingen“. Was aber, wenn daraus tödlicher Ernst wird? Ausgehend vom Fall des sogenannten „Kannibalen von Rotenburg“ im Jahr 2001 geht Senthuran Varatharajah in seinem Roman „Rot (Hunger)“ unserer Sprache der Liebe nach. Am 9. März 2001 tötet der Computertechniker Armin Meiwes den Ingenieur Bernd Brandes und verspeist ihn in Teilen. Weltweit löst dieser Fall nicht nur Entsetzen aus, sondern auch Rätsel. Denn beide Männer handelten im gegenseitigen Einvernehmen und wollten die Einverleibung des Anderen, die jeder Sprache der Liebe zugrunde liegt. Auch „Rot (Hunger)“ wagt dabei das Äußerste: Der Roman erzählt in rekapitulierenden Rückblenden die Begegnung beider Männer als Liebesgeschichte – und verschränkt sie mit einer zweiten Liebesgeschichte. In dieser beleuchtet der Ich-Erzähler die schmerzhafte Geschichte seiner Tren- nung und dem Jahr danach. Beide Geschichten werden nach und nach zu einer – und die handelt von Menschen, deren Hunger nach Liebe unstillbar scheint. Oder ist wo- möglich die Liebe selbst per se unstillbar? „Rot (Hunger)“ ist insofern weniger ein klassischer Roman als eine, auch poetisch, verstörend intensive und verstörend radikale Me- ditation über die Natur und die Sprache unserer Liebe.

Veranstaltungsort

Universitätsplatz Heidelberg, Spiegelzelt
Heidelberg


https://pretix.eu/kahd/HDL22/

Veranstalter

Kulturamt der Stadt Heidelberg


Zu den Literaturtagen

Preise

Eintritt: 10,00 € (regulär),  5,00 € (ermäßigt)