An Herausforderungen mangelt es Sharon Dodua Otoo gewiss nicht: In ihrem Debütroman Adas Raum hat sie sich an einer Geschichte versucht, die sich über fünfhundert Jahre Geschichte erstreckt, verschiedene Epochen, Nationen und Perspektiven umspannt, vier sich überschneidenden Erzählungen eine Stimme gibt, unbelebte Gegenstände zum Sprechen bringt und vor allem auf Deutsch schreibt, ihrer zweiten Sprache nach Englisch. Die deutsch-britische Autorin und Aktivistin, die in ihren Werken magischen Realismus mit autobiografischen Anklängen mischt, setzt sich mit den Themen Vielfalt, Frauenemanzipation und Rassismus auseinander, in der Überzeugung, dass "jeder Schriftsteller eine Rolle bei der Gestaltung der Gesellschaft spielt, in der er oder sie publiziert, indem er oder sie seinerseits von ihr beeinflusst wird und die Rolle eines Hüters der Vorstellungskraft spielt". Im Gespräch mit ihr ist Francesca Massarenti, Anglistin und Mitverfasserin des Ghinea-Newsletters.