Moderiertes Gespräch

Podiumsgespräch "Für das Recht zu gehen. Für die Freiheit zu bleiben" mit Eva von Redecker und Ruben Neugebauer

In ihrem Essay Bleibefreiheit denkt Eva von Redecker Freiheit radikal neu. Als die Freiheit, an einem Ort zu leben, an dem wir bleiben können. Sie widerspricht damit einem herrschenden Freiheitsverständnis, das den Faktor Zeit außer Acht lässt. Damit einher geht jedoch die Pflicht für gesellschaftliche Verhältnisse einzutreten, die das Bleiben auch in einer Zukunft ermöglicht – entgegen den Verheerungen von Klimakatastrophen, Kriegen und Vertreibung. Was bedeutet „Bleibefreiheit“ dann für Menschen, die sich in Bewegung befinden, die fliehen mussten und denen damit das Recht zu bleiben schon genommen wurde? Diese Fragen diskutiert Eva von Redecker gemeinsam mit Ruben Neugebauer, der mit Sea-Watch eine zentrale Organisation aufgebaut hat, die das Recht zu gehen im Mittelmeer versucht sicherzustellen.

  • München, NS-Dokumentationszentrum München
  • 03.05.2024
  • 19:00 Uhr

Ein radikal neuer Freiheitsbegriff von einer leidenschaftlichen Stimme der Gegenwartsphilosophie

Selten wurde Freiheit so intensiv diskutiert wie in der Pandemie: die Freiheit zu reisen, sich uneingeschränkt zu bewegen, Menschen dort zu treffen, wo man möchte. Doch wie zukunftsfähig ist ein derart räumlich abgesteckter Freiheitsbegriff, da wir Zeiten entgegensehen, in denen die Orte schwinden, an denen es sich leben lässt und Klimakrise oder Kriege ganze Landstriche unbewohnbar machen? Die Philosophin Eva von Redecker denkt Freiheit darum ganz neu: als die Freiheit, an einem Ort zu leben, an dem wir bleiben könnten. Bleibefreiheit entfaltet sich zeitlich. Als auch künftig lebbare Freiheit rückt sie nicht nur die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen in den Blick, sie verringert auch den Abstand zwischen dem Freisein Einzelner und ihrer Gemeinschaft. Bleibefreiheit lässt sich nur gemeinsam herstellen. Und sie wächst, wenn wir sie teilen.

Veranstaltungsort

NS-Dokumentationszentrum München
Max-Mannheimer-Platz 1
80333 München

Veranstalter

NS-Dokumentationszentrum München


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