Moderiertes Gespräch

HALLO, DEUTSCHLAND!? EIN ABEND MIT HASNAIN KAZIM, JULIA REUSCHENBACH UND GILDA SAHEBI

Wie wollen, können oder müssen wir eigentlich miteinander reden? Immer wieder gibt es Eklats, unüberwindbare Gräben werden attestiert und Absolutheit beansprucht. Die Folge mangelhafter Debatten- und Gesprächskultur sind antidemokratische, antisemitische oder rassistische Haltungen sogar innerhalb einer jungen Bildungselite. Und das in einer Zeit, in der doch alle jederzeit überall zumindest erreichbar sein könnten. Woran das liegt und wie es sich ändern ließe, darüber haben die Gäste dieses Abends geschrieben. Der Journalist und Autor Hasnain Kazim ist auf seiner „Deutschlandtour“ (Penguin) durch das Land geradelt und hat mit den Menschen gesprochen. Die Journalistin und Autorin Gilda Sahebi hat mit „Wie wir uns Rassismus beibringen“ (S. Fischer) eine Analyse deutscher Debatten und gesellschaftlicher Mechanismen vorgelegt. Und die Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach fordert in „Defekte Debatten“ (Suhrkamp, gemeinsam mit Korbinian Frenzel), endlich besser zu streiten. Durch einen gesellschaftspolitischen Abend führt die Politikredakteurin der F.A.S. Livia Gerster.

  • Moderation:  Livia Gerster
  • Frankfurt, Literaturhaus Frankfurt
  • 18.09.2024
  • 19:30 Uhr
  • 12,00 € (regulär),  8,00 € (ermäßigt)

Eine längst überfällige Betrachtung rassistischen Denkens in Deutschland
Die renommierte Journalistin und Politikwissenschaftlerin Gilda Sahebi zeigt in ihrer klaren Analyse: Wir alle denken rassistisch. Mit Extremismus hat das nichts zu tun. Sondern es ist Konsequenz politischer und gesellschaftlicher Strukturen, die unser Denken und unser Handeln formen. Wo Mehrheits- und Minderheitsgesellschaften aufeinandertreffen, bilden sich fast zwangsläufig rassistische Denkmuster und Strukturen – außer man steuert bewusst dagegen. In Deutschland tut man das nicht. Der Rassismus-Vorwurf: Er wird abgetan. Lieber empört man sich, als eine ernsthafte Debatte zu führen und tatsächliche Probleme zu lösen.
Gilda Sahebi analysiert die Spezifika des deutschen Rassismus. Dafür blickt sie zurück bis ins Deutsche Kaiserreich und verfolgt die roten Fäden rassistischen Denkens, die sich von damals bis in die Debatten unserer Gegenwart – etwa um die Staatsbürgerschaft, den Nahostkonflikt oder Migration – ziehen. Sie zeigt, wie wir rassistische und spaltende Narrative stetig weitertragen, uns Rassismus immer wieder beibringen – und damit die Demokratie gefährden.

Veranstaltungsort

Literaturhaus Frankfurt
Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt


https://literaturhaus-frankfurt.reservix.de/p/reservix/event/2288824

Veranstalter

Literaturhaus Frankfurt am Main e.V.


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Preise

Eintritt: 12,00 € (regulär),  8,00 € (ermäßigt)