Podiumsdiskussion

"WAS UNS VERBINDET Gespräche zu Demokratie und Gesellschaft" mit Harald Welzer

Eine Diskussionsveranstaltung zu dem Thema "Warum scheitern viele Utopien an der Realität?" mit dem renommierten Sozialpsychologen, Publizisten und Zukunftsforscher Harald Welzer

  • Moderation:  Ursula Weidenfeld
  • Potsdam, Hans Otto Theater | Großes Haus
  • 25.01.2026
  • 17:00 Uhr

Klimakrise, soziale Ungleichheit, Demokratieskepsis - die Herausforderungen unserer Zeit sind tiefgreifend und global. In einer Welt, die von Unsicherheit und Umbruch geprägt ist, brauchen wir neue Vorstellungen darüber, wie eine gerechtere, nachhaltigere und solidarischere Gesellschaft aussehen kann. Doch warum scheitern viele Utopien an der Realität? Welche Kräfte verhindern echten gesellschaftlichen Wandel und was können wir tun, um diese Blockaden zu überwinden?
Diese und weitere Fragen werden im Rahmen unserer Diskussionsveranstaltung im Anschluss an die Vorstellung von Kleiner Mann - was nun? mit dem renommierten Sozialpsychologen, Publizisten und Zukunftsforscher Harald Welzer beleuchtet. Welzer, bekannt für seine tiefgreifenden Analysen zu den sozialen, politischen und psychologischen Dimensionen von gesellschaftlichen Veränderungen, bietet wertvolle Einsichten in die Mechanismen, die uns daran hindern, utopische Visionen zu realisieren.
In seinem Werk beschäftigt sich Welzer mit der Frage, wie gesellschaftliche Transformationen gelingen können - und was es braucht, um auf individuelle und kollektive Ebenen hin zu einer gerechteren Welt zu agieren. Seine Analysen gehen dabei weit über die klassische politische Perspektive hinaus und beziehen auch psychologische, kulturelle und soziologische Aspekte mit ein.


WAS UNS VERBINDET

Gespräche zu Demokratie und Gesellschaft

Gemeinsam mit dem Förderkreis des Hans Otto Theaters setzen wir die Diskurs-Reihe fort und laden mehrmals in der Spielzeit dazu ein. Es geht darum, Themen und Konfliktfelder der Demokratie und unserer Gesellschaft zu durchdenken und zu vertiefen. Gäste und Fachleute bringen dabei ihre Perspektiven zu speziellen Aspekten der zuvor stattgefundenen Vorstellung ein und inspirieren durch Impulse aus Kultur, Forschung oder Politik zu neuen Denk- und Handlungsmöglichkeiten. Wenn in der vergangenen Saison u.a. Julia Reichenbach und Corbinian Frenzel über defekte Debatten nachdachten, sich die Autorinnen Adriana Altaras und Lea Streisand zur Kraft des jüdischen Humors einen pointierten Schlagabtausch lieferten oder der renommierte Soziologe Steffen Mau und Moderatorin Ursula Weidenfeld über das ungleich vereinte Deutschland diskutierten, dann ging es doch letztlich auch immer darum, „was uns verbindet“.


Das Haus der Gefühle

Warum Zukunft Herkunft braucht

Wir wohnen in unseren Gefühlen wie in Häusern. Diese inneren Landschaften prägen unsere Entscheidungen und sind das Ergebnis zahlreicher Einflüsse von der Geburt bis zum Erwachsenwerden. Wenn gewohnte Sicherheiten bröckeln, eine als gegeben vorausgesetzte Welt verschwindet, verunsichert das die Menschen zutiefst, ohne dass sie recht wissen, warum. Das nutzen Antidemokraten aus und schüren Angst, denn Demokratie setzt Vertrauen, Sicherheit und Zuversicht voraus. Aber das sind Gefühle und nichts, was man rational erlernt oder erklärt bekommen hat. Sie müssen gelebt werden, vital erworben worden sein in der Wirklichkeit. Erst das erlaubt ein Gefühl von Beheimatung und Zukunftsvertrauen.
Harald Welzer zeigt, woraus unsere Weltbeziehungen gemacht sind. Und wie wirkungsvoll es für unsere Demokratie wäre, eine aufgeklärte, zupackende Politik der Gefühle zu haben.


Harald Welzer

Harald Welzer, geboren 1958, ist Sozialpsychologe. Er ist Direktor von FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit und des Norbert-Elias-Centers für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg. In den Fischer Verlagen sind von ihm u. a. erschienen: »Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden«, »Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird«, »Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen«, »Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens« und – gemeinsam mit Richard David Precht – »Die vierte Gewalt. Wie Mehrheitsmeinung gemacht wird, auch wenn sie keine ist«. Seine Bücher sind in 21 Ländern erschienen.

Veranstaltungsort

Hans Otto Theater | Großes Haus
Schiffbauergasse 11
14467 Potsdam

Veranstalter

Hans-Otto-Theater Potsdam


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