LBM - taz Studio: Gilda Sahebi im Gespräch mit Gemma Terés Arilla (taz)
- Moderation: Gemma Terés Arilla
- Leipzig, Messe Leipzig - taz-Stand - Halle 5 Stand D 500
- 22.03.2024
- 15:30 Uhr
Rassismus ist die Konsequenz politischer und gesellschaftlicher Strukturen, die unser Denken und unser Handeln bedingen. Wo Mehrheits- und Minderheitsgesellschaften aufeinandertreffen, bilden sich, so die Journalistin und Politikwissenschaftlerin Gilda Sahebi, fast zwangsläufig rassistische Denkmuster und Strukturen – außer, man steuere bewusst dagegen. In Deutschland verschließe man sich dem Rassismus-Vorwurf und tue ihn ab. In ihrem neuen Buch verfolgt Sahebi die Spezifika des deutschen Rassismus anhand vieler roter Fäden, die bis in das Kaiserreich zurückreichen. Diese Charakteristika des „deutschen Denkens“ wirken seit damals bis ins heutige Denken, beispielsweise bei Debatten um die Staatsbürgerschaft, den Nahostkonflikt oder Migrationsfragen. „Wir alle denken rassistisch“, folgert die Autorin aus ihrer Analyse deutscher Debatten. Oder anders gesagt: Wir tragen rassistische und spaltende Narrative stetig weiter und lernen so Rassismus immer wieder neu. Dies hat gefährliche Folgen – für die Demokratie und für sehr viele Individuen und Gruppen. Gilda Sahebi, 1984 im Iran geboren und in Deutschland aufgewachsen, beschäftigt sich mit Antisemitismus und Rassismus, Frauenrechten, dem Nahen Osten sowie Wissenschaft. Ihre Texte erschienen in der taz und im Spiegel. Zudem war sie für die ARD tätig und zählt zu den wichtigsten Stimmen des Irans. Gemma Terés Arilla ist seit Anfang 2024 Leiterin der taz Panter Stiftung. Zuvor war sie stellvertretende Ressortleiterin im taz-Ausland mit dem Schwerpunkt Europa.
Veranstaltungsort
Messe Leipzig - taz-Stand - Halle 5 Stand D 500
Messe-Allee 1
04356 Leipzig
Veranstalter
taz
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