Lesung und Gespräch

Lesung und Gespräch mit Thomas von Steinaecker

Thomas von Steinaecker liest aus seinem "Buch der gescheiterten Kunstwerke" und redet darüber mit Jakob Hoffmann.

  • Moderation:  Jakob Hoffmann
  • Frankfurt, Goldstein Galerie
  • 04.09.2023
  • 19:30 Uhr
  • Kostenpflichtig

Wenn etwas nicht zu Ende gebracht wird, gilt es meist als gescheitert. Das gilt auch für Kunstwerke. In seinem Buch „Ende offen. Das Buch der gescheiterten Kunstwerke“ geht Thomas von Steinaecker einer großen Zahl dieser unvollendeten Werke nach – von Gaudi bis zu den Beach Boys. Und es erweist sich, dass nicht alles Unfertige wirklich als gescheitert gelten muss. Thomas von Steinaecker macht Filme (zuletzt über Werner Herzog), schreibt Szenarien (zuletzt über Karlheinz Stockhausen) und ist Schriftsteller. Sein Roman „Die Verteidigung des Paradieses“ war für den Deutschen Buchpreis nominiert. „Scheitern ist keine Option.“, so lautet ein berühmtes Zitat aus dem Film Apollo 13. Der Soziologe Richard Sennett hat das Scheitern gar als das große Tabu der Moderne bezeichnet. Dabei kann sich Scheitern positiv auf die persönliche Weiterentwicklung und Kreativprozesse auswirken. Was also bedeutet das Scheitern im Feld der Kunst? Ab wann gilt ein Künstler oder sein Werk als gescheitert? Und welche Rolle spielt das Scheitern im künstlerischen Prozess? Diesen Fragen widmet sich die Goldstein Galerie in einer neuen Veranstaltungsreihe. „Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.“ formulierte der irische Schriftsteller Samuel Becket einst und betonte damit die positive Kraft des Scheiterns. Franz Kafka und Wolfgang Beltracchi sind prominente Beispiele gescheiterter Künstler, die dennoch oder gerade wegen ihres Scheiterns weltbekannt sind. In Werken von Bruce Nauman ist das Scheitern gar zum zentralen künstlerischen Thema erkoren. Zu Scheitern gilt oftmals als Ausgangspunkt für den künstlerischen Schaffensprozess. Häufig geht die Negativerfahrung dem Schaffen voran und gilt als kreativer Motor. So ist der künstlerische Prozess selbst geprägt von Fehl- und Rückschlägen. Bis ein Werk veröffentlicht werden kann, scheitern viele Künstler*innen bereits an der Technik, der Beschaffenheit der Materialien, dem ökonomischen Druck oder an Selbstzweifeln. Ab wann aber gilt ein Künstler oder sein Werk als gescheitert? Ist das Scheitern die Grundbedingung für das große künstlerische Schaffen oder lediglich eine romantisierte Vorstellung von der gemeinhin als „brotlos“ charakterisierten Kunst? Welche Rolle spielt das Scheitern im künstlerischen Prozess? Diesen Fragen geht die Goldstein Galerie in einer neuen Veranstaltungsreihe „Über das Scheitern“ ab September 2023 auf den Grund.

Veranstaltungsort

Goldstein Galerie
Schweizer Straße 84
60594 Frankfurt


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Preise

Eintritt: Kostenpflichtig