Goldstrand
Roman | Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2026 (Belletristik)
Katerina Poladjan im Gespräch über ihren preisgekrönten Roman:
Wer ist deine Hauptfigur Eli im Roman?
Eli ist ein in die Jahre gekommener Filmregisseur in Rom. Seit Jahren hat er keinen Film mehr gedreht. Bei seiner Dottoressa – wahrscheinlich seine Therapeutin – blickt er auf sein Leben zurück und rekonstruiert seine Familiengeschichte. Dabei erzählt er von hellen Utopien, die an den Klippen der Wirklichkeit zerschellt sind, von politischen Abgründen, Hoffnungen und persönlichen Träumen. Für mich ist Eli auch eine Personifikation des heutigen Europas, in dem alte Gewissheiten schwinden und noch keine Vision für die Zukunft sichtbar ist.
Welche Rolle spielt der Goldstrand in Bulgarien für den Roman und für dich persönlich?
Als Kind habe ich viele Sommerferien am Goldstrand in Bulgarien verbracht, um meine Großmutter, die nach unserer Ausreise in den Westen 1978 in Moskau geblieben ist, konspirativ zu treffen. Menschen von beiden Seiten des Eisernen Vorhangs konnten sich dort in Badekleidung begegnen. Im Roman steht der Ort für Sonne, Hoffnung und Utopie. Aber auch für die Kehrseiten: Grenzen wurden nur scheinbar überwunden, Utopien gerannen zu Ideologien und ganze Küstenabschnitte wurden durch Zersiedlung und Massentourismus zerstört.
Was verbindest du mit Rom, der Stadt, in der die Hauptfigur Eli lebt und der Roman beginnt?
Rom – noch so ein Ort der Bilder und Zuschreibungen – imperiale Großmacht in der Antike, Hauptstadt des Kirchenstaats, Sehnsuchtsort und Ruine. Eli sagt an einer Stelle im Roman: »Ich bin in der ewigen Stadt geboren, und dort werde ich auch sterben, obwohl mir der Begriff der Ewigkeit zuwider ist.«
Nach unserer Ausreise aus der Sowjetunion verbrachten wir ein Jahr in Rom, es war also meine erste Station im Westen und fünfundvierzig Jahre später durfte ich ein Jahr in der Villa Massimo verbringen. Da habe ich mich in diese Stadt verliebt, die gefangen ist in der Dialektik zwischen Ewigkeit und Endlichkeit.
Was war nach der Preisverleihung am überraschendsten für dich? Gab es Reaktionen, mit denen du nicht gerechnet hast?
Ich habe nicht mit der Reaktion meines Körpers gerechnet, der mich am Abend nach der Preisverleihung krank ins Bett gezwungen hat. Überwältigt haben mich die warmen und wohlwollenden Reaktionen. Der Preis ist eine großartige Bestätigung meiner Arbeit. Ehre und Auftrag. Und jetzt heißt es: weiterschreiben.
- Verlag: S. FISCHER
- Erscheinungstermin: 27.08.2025
- Lieferstatus: Lieferzeit 1-2 Tage
- ISBN: 978-3-10-397176-7
- 160 Seiten
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Katerina Poladjan ist ein stiller Star der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.
Christoph Schröder, SWR Kultur, 25. Juni 2025 -
[...] wunderbarer Roman
Christoph Schröder, SWR, 19. August 2025 -
[...] [zählt] zu den verlockend schimmernden Perlen des Spätsommers [...]. Bezaubernd, bezirzend, all diese Geschichten, die darinnen stecken.
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 27. August 2025 -
Ein Schnitt in der Zeit, der Horizonte der Phantasie und der Ängste öffnet. [...] grosses Kino.
Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 27. August 2025 -
[...] auf wundersame Weise befreiend. [...] Dieser beeindruckende Roman bietet Erkenntnis durch ästhetische Erfahrung.
Carsten Otte, taz, 04. September 2025 -
Das Lesen ist Leben und Traum. Das Buch geht zu, die Bilder bleiben.
Cornelia Geissler, Berliner Zeitung, 10. September 2025 -
Leichtfüßig, humorvoll und mit surrealistischen Untertönen schafft die Autorin [...] ihr ganz eigenes, indirektes Europa-Epos.
Matthias Jordan, Kulturnews, 28. September 2025 -
Ein kluges, gewitztes Lesevergnügen!
Gaël Faye, Freundin, 30. September 2025 -
Was die Kunst des Weglassens angeht, erweist sich Katerina Poladjan mit “Goldstrand” erneut als Könnerin.
Oliver Pfohlmann, Der Tagesspiegel, 01. Oktober 2025 -
Kein überflüssiges Wort, kein Satz, der nicht an der richtigen Stelle stünde.
Deutschlandradio Kultur – Studio 9, 06. Oktober 2025 -
Solche Romane [...] gibt es nicht viele in unserer deutschsprachigen Gegenwartsliteratur
Rainer Moritz, Deutschlandfunk Buchkritik, 11. Oktober 2025 -
[...] elegant und in einer wunderbaren Sprache, ich war jedenfalls ganz hin und weg
Denis Scheck, WDR 2, 12. Oktober 2025 -
großes Kopfkino
Denis Scheck, ARD/Druckfrisch, 12. Oktober 2025 -
[...] rundherum gelungene[r] Roman
Peter Mohr, Lokalkompass, 06. November 2025 -
Ein Roman mit großer Sogwirkung.
Imogena Doderer, ORF ZiB, 13. November 2025 -
Her mit dem Büchnerpreis für diese Meisterin der delikaten Form
Ijoma Mangold, Die Zeit, 20. November 2025 -
Am allerschönsten [...] ist, wie leicht “Goldstrand” erzählt ist, wie gut Katerina Poladjan es beherrscht, immer genau das Richtige stehen und alles Überflüssige sein zu lassen.
Gerrit Bartels, Tagesspiegel, 29. November 2025 -
Durch stringenten Erzählstil, schnörkellosen Satzbau und an den Filmschnitt angelehnte Collagentechnik gibt die Autorin dem Roman Drive
Claus-Ulrich Heinke, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 17. Januar 2026 -
Der Roman hat nur etwa 160 Seiten, aber er erzeugt eine Fülle an Eindrücken, dass man am Ende meint, etwas Monumentales gelesen zu haben.
Maja Beckers, Zeit Online, 19. März 2026 -
[...] schlanke[r], unglaublich dichte[r] Roman
Rayk Wieland, ARD (ttt – Titel, Thesen, Temperamente), 22. März 2026 -
[...] ein zauberleichtes und doch abgründiges Buch
Cornelia Geißler, Berliner Zeitung, 23. März 2026 -
Wie schön, dass dieser gedankenreiche Roman durch die Auszeichnung mit dem Preis der Leipziger Buchmesse es verdientermaßen auf die Bestsellerliste geschafft hat
Denis Scheck, Der Tagesspiegel, 23. April 2026